Runkeeper bleibt die besser Joging-App, Laufen mit Runtastic Pro geht aber auch

Runkeeper oder Runtastic? Ein Thema, das bewegt - im wahrsten Sinne des Wortes. Mein Artikel dazu vom Herbst des vorigen Jahres erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Gerade habe ich den Beitrag noch mal gelesen und festgestellt: Er trifft wohl nach wie vor zu. Hinzufügen könnte ich inzwischen: Es lohnt durchaus, das Smartphone zu wechseln, um weiter Runkeeper nutzen zu können.

Jogging-Shuhe. Bild von Nutzer flickr.de, Lizenz: CC-BY-SA-2.0

Foto von Nutzer Marius Brede bei Flickr, Lizenz: CC-By-SA-2.0

Denn inzwischen habe ich gerätebedingt tiefere Einblicke in die Pro-Version von Runtastic gewonnen. Das kam so: Irgendwann stellte Runkeeper auf meinem bisherigen Smartphone, dem schon etwas gesetzteren Samsung Galaxy Mini S5570, seine Funktion ein. Es startete normal, aber alle Versuche, einen Menüpunkt aufzurufen, verursachten nur weitere Neustarts. Die Einsicht war schmerzlich: Das Jogging-Helferlein fand auf meinem Mobiltelefon wohl nicht mehr ausreichend Speicher vor. Auch ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen und die Neuinstallation meiner Apps brachte mich nicht weiter.

Was noch funktionierte, war Runtastic. Ein Versuch mit der freien Version ergab, dass es lief. Allerdings fiel mir sofort auf, dass es offensichtlich schlechter als Runkeeper mit dem GPS-Empfänger meines Gerätes zusammenarbeitete. Nur kann die freie Version von Runtastic nicht sehr viel. Von Runkeeper werden die Nutzerinnen und Nutzer da ja verwöhnt. Da es aber definitiv günstiger ist, die moderaten 4,99 Euro für die Pro-Version zu investieren, als gleich ein neues Mobiltelefon zu kaufen, erwarb ich das erste Mal in meinem Leben eine App. So konnte ich dann wieder wie gewohnt laufen gehen, nur diesmal mit Runtastic.

Einige der in meinem alten Artikel noch aufgeführte Nachteile hat Runtastic inzwischen beseitigt. Intervall-Läufe lassen sich auch auf Android-Geräten frei definieren. Die Sprachausgabe ist sehr gut und nun auch in deutsch verfügbar. Was mir gut gefiel, war die leichte Möglichkeit, die Sprachausgabe zu konfigurieren, einzustellen, wie oft sie aktiviert werden soll und was gesagt wird. Nicht geregelt bekam ich hingegen die Ausgabe des "Countdowns". Nicht nur dass Runtastic vor dem Start eines Workouts einen Countdown herunterzählt, es macht es auch vor jedem Intervall-Wechsel. Hören die Joggenden während des Laufens Musik, kann es extrem nerven, dass alle naselang heruntergezählt wird, dass in "5, 4, 3, 2, 1" Sekunden das neue Intervall beginnt. Die zeitliche Orientierung erleichternd fand ich hingegen die Ausgabe, dass das aktuelle Intervall in einer Minute oder in 30 Sekunden endet.

Die Menüführung von Runtastic ist mir ein wenig zu kompliziert. Auch das Anlegen der Intervalle würde ich mir weniger knifflig wünschen. Zwei weitere Dinge nervten mich außerordentlich. Runtastic sagt einem gern, dass man zu langsam sei und lässt sich davon nur schwer abbringen. Erstens ist mir die Geschwindigkeit beim Joggen weitgehend egal. Zweitens stören mich auch die Unterbrechungen beim Musikhören. Der Grund dafür, dass Runtastic seine Nutzerinnen und Nutzer mit dem Hinweis auf fehlende Schnelligkeit unter Druck setzt, liegt in den Einstellungen. Dort wird hinterlegt, wie schnell mensch in den Geschwindigkeitsstufen langsam, mittel und schnell üblicherweise läuft. Wird diese Durchschnittsgeschwindigkeit nicht erreicht, meldet sich Runtastic akustisch. Die prinzipielle Ausgabe scheint sich nicht abschalten zu lassen. Es müssen stattdessen die Geschwindigkeitswerte in den Einstellungen angepasst (oder schneller gelaufen) werden.

Störend an Runtastic finde ich auch, dass die App es dem Nutzer erschwert, die gelaufenen Ergebnisse nirgendwo hin zu posten. Verhindern lässt sich dies leicht, indem ein absolvierter Workout am Schluss nicht gespeichert wird. Das hat aber Nebenwirkungen. Beim nächsten Runtastic-Start muss der App dann wieder in mehreren Schritten mitgeteilt werden, dass ein vorher eingestelltes Intervall-Training absolviert werden soll. Denn Runtastic startet dann in der Default-Einstellung mit dem Angebot "ziellosen" Laufens.

Fazit: Runtastic Pro ist durchaus nutzbar für Hobby-Jogger. Es scheint weniger speicherintensiv zu sein als Runkeeper. Die Bedienung ist ein wenig komplizierter. Das Handy muss niemand wechseln, nur um wieder Runkeeper nutzen zu können. Ich habe dies trotzdem gemacht - allerdings durchaus auch aus anderen Gründen. Mit meinem Sony Xperia Z funktioniert Runkeeper nun wieder tadellos.

Ich gestehe, dass ich froh war, wieder das gewohnte Look & Feel von Runkeeper zu haben. Das dort mittlerweile implementierte Gimmick, dass die Musik während der Zeitansagen nur leiser gestellt, aber nicht mehr unterbrochen wird, gefällt mir sehr. Dass mein Lieblings-Intervall-Training beim nächsten Start wieder voreingestellt ist, mag ich auch. Gut gelöst sind auch die Einstellmöglichkeiten für die Art der Sprachausgabe. Es kann ein Zeitintervall ausgewählt werden und ein entfernungsabhängiges oder eine Kombination aus beiden. Letzteres ist gerade dann sinvoll, wenn eine Zwischenzeitenansage sich mit dem Intervall-Wechsel überschneidet und deswegen entfällt. Bei Runtastic führte dies bisweilen dazu, dass die erste Zwischenzeit erst nach drei Kilometern angesagt wurde. Was ich bei Runkeeper hingegen nach den Runtastic-Erfahungen gern hätte, wäre ein Sprach-Hinweis etwa eine Minute oder 30 Sekunden vor Ende eines Intervalls. Diese Option scheint es aber nicht zu geben.

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