Ulrich Klose

Mensch mit Hund • Texte • Politik • Münster

Texte über Politik, Musik, Computer, Geocaching und einiges mehr eines poltisch interessierten Hundehalters aus Münster-Roxel

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Bastei und Amselfall - Idylle-Overload

Horst Lichter wäre voll zuzustimmen, wenn er die Bastei und den Amselfall in der Sächsischen Schweiz als "Träumschen" bezeichnen würde. So baff und überwältigt von einer Landschaft bin ich das letzte Mal gewesen, als ich im Elsaß gewandert bin.

Blick von der Bastei auf die Fels-formationenSo viel Felsen, so hoch übereinander getürmt und über Brückchen, Stege und in den Stein gehauene Wege "begehbar" gemacht hatte ich noch nicht oft gesehen. Possierlich, das kann man nicht anders sagen. Nur bin ich ja nicht schwindelfrei. Insofern fühlte ich mich nicht recht wohl und musste mich arg konzentrieren, als ich samt Cora über die mit einer massiven, ca. zehn Zentimeter dicken Eisschicht versehene Bastei-Brücke marschierte. Diese Brücke mit einer nicht allzuhohen Brüstung hat an einem Ende einen Fels, am anderen Ende auch und rechts und links nichts. Ich hab's überlebt, Cora auch - ein umwerfendes Landschaftserlebnis!

Nach Rathewalde hatte es mich heute morgen verschlagen. Eine elende Gondelei mit dem Auto. Die Straßen schlecht ausgebaut, Tempo-Limits allüberall - für die knapp 40 Kilometer Anfahrt benötigte ich eine Dreiviertelstunde. Vom Wanderparkplatz Nr. 7, der auch im tiefsten, touristenfreien Winter frecherweise 50 Cent pro halber Stunde kostet, hatte ich eine Tour zur Bastei, von dort hinunter zum Rathener Felsentheater, weiter zum Amselfall und über die Rathewalder Mühle zurück zum Ausgangspunkt geplant. Basis war dieser GPX-Track.

Cora vor Bastei-FelspanoramaInsgesamt waren es so acht Kilometer, die gut zu schaffen waren. Wegen des Geländeprofils und der vielen Aussichtspausen habe ich aber doch drei Stunden gebraucht. Cora war danach gut geschafft. Denn um die Bastei herum musste sie viele Treppen hinauf-, andere wieder herablaufen.

Der Weg ist ausgesprochen angenehm, solang man den oben verlinkten Track so läuft, dass man nicht erst in den Rathewalder Grund einsteig, sondern erstmal den Bogen den Berg hinauf zur Bastei schlägt. Dann erwartet einen ein am Anfang nicht allzu spektakulärer Wald-Spaziergang mit sanftem Anstieg und Feld- sowie Waldwegen.

Der Wald lichtete sich dann und die Restauration an der Bastei verstellte zunächst den Blick auf dieses Felsen-Wunderwerk. Auch der Blick ins Elb-Tal und in die Fels-Schluchten eröffnete sich erst, als ich dieses monströse und wegen der Nebensaison weitgehend geschlossene Gastronomie-Monster durchschritten hatte.

Die volle Ausicht - das Wetter war gar nicht übel - konnte ich nur teilweise genießen. Manche Aussichtspunkte mag ich nicht besteigen. Und ganz nah ans Geländer heran treten ich auch ungern, wenn nach dem Geländer nichts mehr kommt.

Der Abstieg von der Bastei geschieht dann wieder über einen Waldweg, der mit unzähligen Treppen versehen ist. Wenn ich mir vorstelle, dass ich die hätte herauflaufen müssen, gute Nacht! Am Fuß der Felsformation angekommen wandte ich mich gen Amselsee, der derzeit trockenliegt, weil dort gebaut wird und marschierte zum Amselfall, der idyllischst in der Grund unter der Bastei liegt.

Die Rathewalder MühleGeradezu malerisch und zauberhaft hingen an den Felswänden zahllose Eiszapfen herunter. Es ist eine sehr feuchte Gegend und auch zum Ende des Winters ist es dort noch vielfach gefroren. Auch am Amselfall selbst - Informationszentrum Naturpark Sächsische Schweiz und Gastronomie auch dort geschlossen - perlte der Wasserfall selbst zwar flüssig die Steine hinunter. Aber auch dort waren die Randbereiche eingefroren.

Und weiter ging's - Cora wurde langsam erkennbar müde - am Amselfall die Treppen hoch hinein in den Rathewalder Grund, einen Bach entlang zur Rathewalder Mühle. Die ist so idyllisch, dass sie eigentlich nur einer Disney-Filmkulisse entstammen kann, so als Domizil für die sieben Zwerge, oder so.

Von der Mühle ist es dann auch nicht mehr weit zum Parkplatz. Ab ins Auto und wieder über diese doofen Straßen zurück gen Dresden.