Ulrich Klose

Mensch mit Hund • Texte • Politik • Münster

Texte über Politik, Musik, Computer, Geocaching und einiges mehr eines poltisch interessierten Hundehalters aus Münster-Roxel

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Wenn die Bäume stören, werden sie pulverisiert

Die alte Linde auf dem Pantaleonplatz wurde vom Amt für Grünflächen gefällt und sofort geschreddertHeute Morgen war es laut auf Roxels Pantaleonplatz. Das Amt für Grünflächen rückte mit Motorsägen und Schredder an und fällte eine alte Linde, die vor der Villa Höping viele, viele Jahre gestanden hatte. Wurzelschäden, so die offizielle Begründung, machten die Zerstörung des imposanten Lebewesens unumgänglich. Wie die Örtlichkeit mit Baum aussah, ist auf dem Bild der Westälischen Nachrichten zu sehen. Gefährdet sei im übrigen auch die Linde direkt vor der Pantaleonkirche, einige Meter weiter. Möglicherweise gelinge es, sie noch einige Jahre am Leben zu erhalten.

Und dann war der Baum weg. An Ort und Stelle zerschreddert. Im abgegrenzten Wurzelbereich verbleibt derzeit noch der Baumstumpf, der weder morsch ist noch Löcher oder andere auf den ersten Blick erkennbare Schäden aufweist. Innerhalb von etwa eineinhalb Jahren verliert der Pantaleonplatz, der ja erst seit dem Ende der 1970er Jahre mit Wohnungen bebaut und als Platz versiegelt ist, den zweiten Baum. Den Anfang machte die Kirchengemeinde, die einen Baum vor dem Pfarrheim wegmachte, weil dessen Wurzeln das Pflaster hochgedrückt hatten.

Der Baumstumpf ist noch da von der alten Linde. Auf den ersten Blick sieht er nicht ungewöhnlich ausDort hieß es damals zunächst noch, der Baumverlust werde durch eine Neuanpflanzung ausgeglichen. Pustekuchen! Mittlerweile erinnert vor dem Pfarrheim nichts mehr an den alten Baum. Parallele in diesem Fall: Der Baum werde ersetzt, schreiben die Westfälischen Nachrichten. Ich überlege noch, ob ich Wetten abschließen soll, dass das nichts werden wird. Denn - welch ein Zufall! Der gefällte Baum stand direkt an der Einfahrt zum Pantaleonplatz, durch die allfreitäglich die Marktbeschicker ihre Wagen manövrieren. Es scheint mir nur eine Frage von Tagen zu sein, dass sich die ersten Stimmen mehren, dass man den gewonnenen Platz doch eigentlich der Verkehrssicherheit an Markttagen widmen könne. Zudem nutzen die Zulieferer der Läden am Platz immer häufiger diese Zufahrt.

Nun ist er also weg, der Baum. Mit vollem Einsatz des städtischen Amtes. Was mich ärgert ist, dass ich all die vier Jahre, die ich nun in Roxel wohne, nie Baumerhaltungsarbeiten der Stadt beobachtet habe. Aber wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist, kommen sie und machen den alten Genossen weg. Hättet Ihr Euch mal mit gleichem Eifer seinem Wohlergehen gewidmet!