Ulrich Klose

Mensch mit Hund • Texte • Politik • Münster

Texte über Politik, Musik, Computer, Geocaching und einiges mehr eines poltisch interessierten Hundehalters aus Münster-Roxel

Weblog von junirio

Schnell Online-Umfragen in Typo3 mit ke_questionnaire erstellen

Online-Fragebögen erstellen macht Spaß und ist anspruchsvoll. Damit eröffnet sich die Chance, mit den Besucherinnen und Besuchern einer Internetseite in Dialog zu treten. Grundkenntnisse empirischer Methoden vorausgesetzt, können sogar valide - also aussagekräftige - Ergebnisse bei der Online-Umfrage herauskommen.

Mit dem Content-Management Typo3 lässt sich eine Online-Umfrage schnell mit der Erweiterung ke_questionnaire aufsetzen. Diese Erfahrung machte ich am gestrigen Freitag. Die Typo3-Erweiterung befriedigt alle wichtigen Anforderungen für einfache und auch anspruchsvollere Online-Fragebögen.

Mit einem kleinen Trick klappt dann auch der Export der Umfrage-Ergebnisse mit den richtigen Trennzeichen in eine CSV-Datei reibungslos.

In eigener Sache: Geocaching-Texte werden ausgelagert

In diesem Blog gibt es einige Texte zum Geocaching. Diese habe ich nun in eigenen Blog übertragen, den ich künftig etwas ausweiten möchte: geocaching.beteiligen.net. Dort gibt es künftig also Geschichten über meine Geocaching-Aktivitäten. Die Geocaching-Texte bleiben vorerst aber auch in diesem Blog erhalten. Sie finden ja immer wieder interessierte Leserinnen und Leser. Neues zum Geocaching schreibe ich aber separat. Also: Schaut rein!

Münsters Parteien plakatieren wild

In Münster wahlkämpfen "Gentlemen" gegeneinander - wollen einem Parteien wie die örtliche FDP oder die Piraten weismachen. Es gebe nämlich ein "Gentlemen's agreement", dass gewisse Plätze für Wahlplakate in Münster tabu seien: Bäume beispielsweise, Kreuzungsbereiche, die Promenade, der Ludgerikreisel. Davon hatte ich auf der Münsteraner Mailingliste der Piraten gelesen, die FDP bestätigte es auf Twitter und wies auch auf ihrer Facebook-Seite darauf hin.

Merkwürdig nur, dass - wo in Ortsteilen wie Roxel oder Albachten unter anderem SPD, Piraten und Grüne noch weitgehend inaktiv beim Plakatieren sind - bereits plakatiert wird, als gäbe es kein Morgen mehr. In Roxel gibt es beispielsweise mehrere Plakate der Christenunion an Bäumen, einige sogar unter Verkehrsschilder geschoben. Ein Hinweis an deren Twitter-Account blieb folgenlos. Mehrere Plakate diverser Parteien hängen so tief, dass sich Fußgängerinnen und Fußgänger daran stoßen können.

SPD und Grüne in NRW: Verzockt?

Einfacher kann man eine Wahl nicht gewinnen. Die Minderheitsregierung war doch so unbequem! Und nun schmeißen wir die FDP gerade aus dem Landtag, fahren eine komfortable Mehrheit ein und haben dann fünf ruhige Jahre. Diese Gedanken mögen die Grünen und die SPD in Nordrhein-Westfalen geleitet haben, als sie auf der absurd begründeten Basis eines dreiseitigen Gutachtens aus der Landtagsverwaltung die Regierungsarbeit einstellten und Neuwahlen ausriefen.

"Verzockt" habe sich die FDP, als sie in der zweiten Lesung alle Einzelpläne abgelehnt habe und so die Auflösung des Parlaments quasi als Kollateralschaden erzwang, höhnte es unter anderem aus der Regierungspartei SPD. Denn diese habe folgenlos "Kante" zeigen wollen, indem in der zweiten Lesung der Haushalt abgelehnt wurde, um ihm nach der dritten Lesung und einigen Zugeständnissen der Minderheitsregierung zuzustimmen. Sicher schien, dass die Partei der Besserverdienenden es nicht wieder in den Landtag schaffen würde. Knapp unter zwei Prozent sagten die Umfragen zu diesem Zeitpunkt voraus. SPD und Grüne würden ihren Stimmenanteil mehren und dann bequem in einem Vierparteien-Parlament regieren können. Und vielleicht würden es die Linken ja auch nicht schaffen. Rosige Aussichten!

Für Fraktionsdisziplin

Auf den ersten Blick sieht es gut aus, wenn Parteien sich rühmen, ihre Parlamentsabgeordneten frei abstimmen zu lassen und nicht in eine Fraktionsdisziplin zu zwingen. Trotzdem kann vermeintliche Unsitte sinnvoll sein. Aus folgenden Gründen:

  • Das repräsentativdemokratische System der Bundesrepublik basiert auf Parteien und nicht Personen, die politische Willensbildung wird in mehrstufigen Prozessen in die Parlamente hineingetragen.
  • Wählerinnen und Wähler richten ihre Wahlentscheidung nach politischen Angeboten und Images der Parteien aus.
  • Relativ konsistentes Abstimmungsverhalten im Parlament macht Positionen einer Partei für die Wähler zurechenbarer.
  • Über konsistentes Abstimmungsverhalten wird ein Responsivitätskanal eröffnet. Die Wählerinnen und Wähler können Parteien bei der nächsten Wahl belohnen oder bestrafen und so für die Änderung/Fortführung von Politiken sorgen.
  • Fraktionen wirken an der staatlichen Willensbildung mit. Im Sinne der Stabilität sollte hier berechenbares - und von den die Fraktionen tragenden Parteien legitimiertes - Verhalten gezeigt werden.

Kurz: Ich finde Fraktionsdisziplin zunächst einmal sowohl demokratisch als auch transparent. In Langform habe ich dies auf meinem Projekt demokratisch.beteiligen.net ausgeführt. Da gibt es auch Literaturbelege für meine Thesen.