Ulrich Klose

Mensch mit Hund • Texte • Politik • Münster

Texte über Politik, Musik, Computer, Geocaching und einiges mehr eines poltisch interessierten Hundehalters aus Münster-Roxel

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  • Ich bin Marketing-, PR-, Internet- und Newsletter-Texter. Mehr zu meinen beruflichen Aktivitäten erfahrt Ihr auf der Seite Ulrich Klose - PR, Texte, Themen aus Münster.
  • Wer sich für politikwissenschaftliche Texte interessiert, sollte mal auf demokratisch beteiligen vorbeischauen. Dort schreibe ich hin und wieder etwas zu Partizipation, E-Democracy, Open Government, Demokratietheorie etc.

Ulrich Kloses Logbuch

Beitrag vom 16.05.2013 in der Kategorie Notizen

Pascal Powroznik, Ratsmitglied für die Piratenpartei in Münster, ist ein komplexer Charakter. Für mache seiner Kolleginnen und Kollegen im Rat mag er streberhaft erscheinen. Er ist immer akribisch vorbereitet. Das ist nicht für jedes Ratsmitglied selbstverständlich. Andere mögen finden, er sei ein Eiferer. Ist er von etwas überzeugt und wird in Diskussion hineingezogen, redet er immer schneller und weniger gut verständlich. Hat er eine Position gefunden, vertritt er sie manchmal bis an die Grenzen der Diplomatie und darüber hinaus. Sicher spielt bei seiner Ratspolitik auch eine Rolle, dass er ein absoluter Einzelkämpfer ist, da ihn seine Partei, und da vor allem der Vorstand, komplett im Regen stehen lässt.

Über die vergangenen Monate und Jahre betrachtet, hat sich der junge Piraten-Abgeordnete sehr weiterentwickelt. Sein Wissen ist gestiegen, er weiß mittlerweile, wie er einen Antrag maximal erfolgreich platziert, vor allem seine Redebeiträge sind deutlich besser geworden. Was sich hingegen gar nicht geändert hat, ließ sich in der gestrigen Ratssitzung gut beobachten: Seine Kolleginnen und Kollegen aus den alten Fraktionen benehmen sich immer noch unter aller Sau, wenn Powroznik das Wort ergreift.

Beitrag vom 04.05.2013 in der Kategorie Sonstiges

"Schau mal, das ist wie der neue, noch nicht veröffentlichte Mercedes. Quasi ein Erlkönig." Ich schaue auf einen schwarzen, gar nicht so sauberen Kasten, den mir der Kollege hinhält. "Nein, das ist eine alte Steuerung von uns", entgegne ich. Schließlich kenne ich mich aus. Seit Jahren mache ich Marketing und PR fürs Unternehmen. "Das täuscht", lächelt der Kollege wissend, "nur das Gehäuse ist alt. Darin verbirgt sich zum Testen die Technik unserer neuesten Steuerungsgeneration. Das wäre doch was für unser Blog, oder?" 

Damit hatte er mich gefangen. Grundsätzlich wusste ich bereits von den Planungen einer neuen Positioniersteuerung. Allerdings sehr abstrakt, auf die stichwortartige Nennung einiger geplanter Leistungseigenschaften beschränkt. Schwer zu greifen. Mit der geschichtenhaften Präsentation durch den Kollegen wurde das Thema für mich greifbar. Mehr noch: Mit der Erlkönig-Metapher hob der Kollege den schwarzen, staubigen Kasten auf eine andere Ebene. Er wurde etwas ganz Besonders; mit der Bitte um die Behandlung des Themas im Blog erhielt ich ein Exklusivitätsversprechen. Es würde sich lohnen, den Bericht zu schreiben. Am Montag steht er auf meiner To-Do-Liste. Das Ergebnis wird - so hoffe ich - im Laufe der kommenden Woche auf dem Systec-Blog zu lesen sein.

Beitrag vom 27.04.2013 in der Kategorie Notizen

Haus Pröbsting in Roxel nach dem Abriss

Update 10. Mai 2013: Mittlerweile ist das Haus nur noch ein Haufen Schutt. Aber auch der wird sicher bald abtransportiert sein.

Roxelerinnen und Roxeler sollten sich das Haus Pröbsting an der Tilbecker Straße noch einmal genau anschauen. Denn es wird auch abgerissen. Damit verliert der Ortsteil von Münster in kurzer Zeit ein weiteres, ortsbildprägendes Gebäude, das auf die Vergangenheit Roxels hinweist. Erst vor wenigen Wochen war das alte Gasthaus Hölscher verschwunden. Vor einigen Monaten rückten die Abrissbagger auf der anderen Straßenseite einem ehemaligen Schnellimbiss zu Leibe. Und die Fabrik Neumann ist auch erst kürzlich aus dem Ortsbild verschwunden.

Beitrag vom 24.04.2013 in der Kategorie Notizen

Ein Mal im Jahr mindestens führe ich mir Informationsveranstaltungen zum Urheber- und/oder Medienrecht zu Gemüte. Ich bin auf verschiedenen Ebenen mit diversen Internetseiten befasst, da kann es nicht schaden, das spätestens seit meinem Redaktionsvolontariat vorhandene Wissen "upzudaten". Hier in Münster sind wir auf diesem Gebiet bestens ausgestattet. An der Universität gibt es das Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) mit Star-Professor Thomas Hoeren (ich vermute, dieser Bewertung würde er selbst nicht widersprechen). Hoeren gibt ja das gerade erst jüngst aktualisierte, so umfassende wie legendäre Skript Internetrecht heraus.

Weil aber das ITM so renommiert ist, ist es in Münster quasi omnipräsent. Kaum eine Informationsveranstaltung zum Medienrecht, wo es keine Rolle spielt. Deswegen freute ich mich, als ich über den Online-Kalender der Münsterschen Piraten auf den Vortrag "Einführung in das Urheberrecht (für Nicht-Juristen)" von Matthias Försterling aufmerksam wurde. Angeboten wurde er von der Arbeitsstelle Forschungstransfer der hiesigen Uni. Ich ging also heute dorthin, in der Hoffnung mal einem Nicht-ITM-Referenten zu lauschen.

Dieses Vorhaben misslang, wie ich schnell feststellte, denn Matthias Försterling war bis zum vorigen Jahr ITM-Mitarbeiter. Seine Folien präsentierte er noch im ITM-Layout. Sein Vortrag war sehr grundsätzlich, insofern lernte ich wenig wirklich Neues kennen. Anregungen lieferte er mir allemal.

Beitrag vom 20.04.2013 in der Kategorie Notizen

Man muss kein Hardcore-Anhänger von Luhmann, des Konstruktivismus oder einer beliebigen anderen Theorie sozialer Kommunikationssysteme sein, um zu ahnen, dass es politische Probleme nicht "wirklich gibt", sondern dass sie in interpersonalen Aushandlungsprozessen zu Problemen oder Chancen erklärt werden. Der Zuzug von Ausländerinnen und Ausländern ist dafür ein hervorstechendes Beispiel. Kommen sie als Flüchtlinge oder - fast noch schlimmer - als Zuwanderinnen und Zuwanderer auf der Suche nach besseren Lebensverhältnissen, ist dies in der politischen Diskussion ein Problem, das es kleinzuhalten und idealerweise abzuwehren gilt. Betrifft die Zuwanderung Managerinnen und Manager - der Chef der Deutschen Bank ist beispielsweise Brite mit indischer Herkunft -, Akademikerinnen und Akademiker oder hochqualifzierte Fachkräfte, ist sie hingegen hoch erwünscht und entlockt beispielsweise dem Bundesministerium für Bildung und Forschung ein herzliches Willkommen in Deutschland. Ich finde, eine derartig unterschiedliche politische Bewertung ein und desselben Sachverhaltes - Zuwanderung nach Deutschland - lässt sich zum Teil nur rassismustheoretisch erklären.

Münster hat in den vergangenen Wochen und Monaten ein gutes Beispiel für den hochselektiven Umgang mit diesem Thema gegeben. Beschlossen wurde, in Roxel und Wolbeck zwei neue Flüchtlingsheime für jeweils bis zu 50 Asylsuchende zu errichten. Dazu gab es die Vorlage V/0973/2012, Unterbringungskonzept für Flüchtlinge in Münster. Weil der Zuzug so stark sei, wurde diese Woche eine befristete Unterbringung von Flüchtlingen in Container-Lagern beschlossen. An drei vorhandenen Flüchtlingsunterkünften werden zusätzliche Leichtbau-Elemente aufgestellt - und zwar befristet bis Ende 2014, bis die neuen Unterkünfte fertig seien. Diese Maßnahmen gehen aus Vorlage V/0088/2013, Zeitlich befristete Übergangslösungen zur Unterbringung von Flüchtlingen bis zur Fertigstellung neuer Einrichtungen in Roxel und Wolbeck, hervor. Allein das ist schon auffällig. In normalen Neubaugebieten werden Neubauten mittlerweile in zwei bis vier Monaten fertig. Warum beabsichtigt Münster, die neuen Flüchtlingsheime anderthalb Jahre lang zu bauen?