25
Mai

Mit seiner singenden Gitarre bringt Major auch ein kleines Publikum zum Toben

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E-Gitarre, das sind für mich charismatische Rock-Riffs und ausufernde, singende Soli. Gelernt habe ich das vom E-Gitarrenspiel Klaus "Major" Heusers. Der war viele Jahre Gitarrist einer meiner Lieblingsbands aus Jugendzeiten: BAP. Gitarrist und Gruppe haben sich bereits vor 17 Jahren getrennt. "Majors" Gitarren-Klang blieb für mich das Maß aller Dinge. Stehe ich vor einer Bühne und höre ihn spielen, geht es mir gut. Umso schöner, dass er nun wieder ausgiebig auftritt. Nur zwei Tage, nachdem BAP in der Halle Münsterland alte Zeiten beschworen, stattete die Klaus Major Heuser Band dem Jovel-Club einige Meter weiter einen Besuch ab. Ich war selig, umso mehr als es diesmal ein Auftritt in einer idealen Örtlichkeit war. Vor zwei Jahren empfand ich das Ambiente beim Konzert im Hot Jazz Club als sehr ärgerlich. Diesmal erlebte ich ein wunderbares Konzert unter schwierigen Startbedingungen.

22
Mai

Wenn BAP teilweise wie ihre eigene Cover-Band klingen

"Dann habe ich sie wenigstens noch einmal gesehen." Mit dieser Stimmung verließ ich das BAP-Konzert am 18. Mai in der Halle Münsterland. Nach einigen Jahren Pause - den bislang letzten Gig muss ich im Rahmen der Radio-Pandora-Tour gesehen haben - war ich sehr gespannt. Vorliegenden Tonträgern ist zu entnehmen, dass BAP sich mit dem "Märchen vom gezogenen Stecker" noch mal selbst übertroffen hatten. Erinnert sei nur an die geniale Birlikte-Version von "Kristallnaach".

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Nachdem die Gezogene-Stecker-Tour mehr oder weniger akustisch war, liegt nun mit "Lebenslänglich" der erste reguläre Tonträger mit aktuellem Material der neuen BAP-Besetzung um die musikalische Leitung Ulrich Rode und Anne de Wolff vor. Meine Eindrücke von diesem Album - sehr ansehnliche Kompositionen, aber irgendwie fehlt der "Drive" - habe ich bereits hier notiert. Für die Live-Visite in Münster, die gleichzeitig der reguläre Tour-Auftakt nach zwei Warm-Ups in Hilchenbach und Duisburg war, stellten sich einige Fragen: Wird die neu zusammengestellte Band auch als Rock-Formation funktionieren? Wie wird es sein, ein Rock-Konzert im Sitzen zu erleben, denn die Halle Münsterland sollte komplett bestuhlt werden? Wie werden die angekündigten beliebtesten Lieder arrangiert werden angesichts der kaum zu toppenden Gezogene-Stecker-Versionen?

10
Mai

Pöbel-Patriot deckt auf: Schon früher töteten Mörder mit dem Messer

Erstaunt es mich, dass die Lügenpresse-Plärrer Lügner sind? Nein. Es erstaunt mich aber, wie dummdreist sie ihren Rotz in die Welt setzen und alle gern empörungsbereiten Dumpf- und Nazibacken es nachplappern.

Heute also "Grafing". Am Morgen hat dort ein offenbar verwirrter, möglicherweise unter Drogen stehender Mann einen Menschen erstochen und drei weitere - teils erheblich - verletzt. Er wurde festgenommen und heißt laut Polizei offenbar Paul mit Vornamen. Weil er wohl bei seiner Tat den arabischen Namen Gottes in den Mund nahm, delirierten Polizei und Medien zunächst noch davon, dass ein islamistischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden könne.

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Foto: Nutzer Martin Abegglen auf Flickr. Lizenz: Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 Generic, CC-BY-SA 2.0

Das war es dann aber wohl doch nicht.

Kann nicht sein, darf nicht sein, dachte sich das rechte Pöblizisten-Pack. Chef-Verschwörungstheoretiker Jürgen Elsässer weiß es in seinem Blog wieder ganz genau. Die Lügenpresse verschweige, dass der mutmaßliche Täter gar nicht Paul H., sondern Rafik Youssef heiße. Anders als die gleichgeschaltete deutsche nenne die internationale Presse den richtigen Täter, renommiert der Rechtsverdreher in seinem Artikel mit dem Titel "Islamistischer Terror in Grafing bei München? Davon will die Lügenpresse nichts wissen. Dabei heißt der Täter Rafik Youssef…" (abgerufen am 10. Mai 016, 20:10 Uhr). Ich werde einen Dreck tun und diesen Müll verlinken. Googelt es selbst.

Warum aber  verlinkt auch Elsässer selbst nicht seine Quellen? Sind sie ihm möglicherweise nicht geheuer? Das wäre doch nun wirklich spannend.

Zunächst mal: Der furchtbare Patriot hat wohl zu viel John Sinclair gelesen. Denn besagter Rafik Youssef ist bereits tot und wäre mithin als Zombie unterwegs. Rafik Youssef war ein Messer-Attentäter, immerhin das stimmt, wenn man der Wikipedia glaubt.

Aber: In der Tat finden wir im französischen Express und auch in englischsprachigen Medien wie der Times of Israel sowie an vielen anderen Stellen Artikel, in denen im Text zu "Grafing" der Name Rafik Youssef genannt wird. Basis ist jeweils eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP. 

Eine Kleinigkeit hat Sudel-Jürgen dabei bewusst übersehen. Ich zitiere mal aus dem Express: 

"En septembre 2015, un Irakien de 41 ans, en liberté conditionnelle après avoir purgé une peine pour appartenance à une organisation 'terroriste' et un projet d'attentat contre un Premier ministre irakien en 2004, a été tué par la police après avoir blessé une policière à Berlin. Là aussi, l'arme utilisée par l'agresseur, Rafik Youssef, était un couteau."

Was steht da? Bereits im September 2015 wurde Rafik Youssef in Berlin getötet. Er benutzte auch ein Messer, mit dem er damals eine Polizistin angriff. 2004 hatte er ein Attentat auf den damaligen irakischen Premierminister versucht und war dafür verurteilt worden.

Kein Rafik Youssef in Grafing. Keine Lügenpresse, die dieses behauptete, wenn wir von Elsässers Online-Buchstabensammlung absehen.

23
Feb

Das neue BAP-Album ist die nächste Niedecken-Solo-Scheibe

Dieses Album machte mir gute Laune. Meine Befürchtungen waren enorm, was das seit einigen Monaten angekündigte Album Lebenslänglich von Niedeckens BAP betraf. Auf der BAP-Facebook-Seite wurden im Vorfeld kleine Schnipsel der einzelnen Titel veröffentlicht. Ich fand sie großteils schrecklich. Nach dem Hören des ganzen Albums dann aber die Erkenntnis: Alles nicht so schlimm. Oder, um es mit dem Titel des auch schon fünf Jahre zurück liegenden, vorigen regulären Studioalbums zu sagen: "Halv su wild". Vorab schon mal das Fazit: Es ist kein BAP-, sondern ein Niedecken-Solo-Album, gut durchhörbar, musikalisch vielfältig, aber auch etwas langweilig.

21
Feb

Kommunalpolitik und Bürgerschaft: Es ist kompliziert

Ein kleiner Text brachte mich kürzlich zum Nachdenken. Er löste etwas in mir aus. Ich dachte darüber nach, was ich von meinen Politikerinnen und Politikern um mich herum halte; wie ich mit ihnen umgehe - und sie mit mir. Das hier wird nun die Verschriftlichung meines Nachdenkens, weitgehend ohne Links, Belege oder Fußnoten. Es sind einfach nur meine Eindrücke. So wie ich mich auf die Eindrücke von Andreas Edler beziehe, die dieser am 4. Februar in sein Blog notierte.

Worum geht es? Andreas Edler ist für die Grünen Ratsmitglied in Bad Oeynhausen. Ich kenne ihn nicht, folge ihm nur überzeugt auf Twitter und habe zu Bad Oeynhausen insofern eine Beziehung, als sich mein Zivildienst dort abspielte und ich als Vlothoer Lokaljournalist vor mehr als 20 Jahren ein Mal im dortigen Stadtrat war, glaube ich. Dieser grüne Lokalpolitiker berichtet nun, ein örtlicher Verein lade künftig die Ratsmitglieder zu einem zwanglosen Politiker-Bürger-Treff im Anschluss an die Ratssitzungen ein. Der Autor ist erkennbar irritiert, meint eine merkwürdige Unterstellung in der Einladung zu entdecken, für Bürgergespräche nehme er sich sonst zu wenig Zeit. Er will den Termin aber wahrnehmen, weil ihm am Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern sehr wohl gelegen ist. Gleichzeitig berichtet er von den vielen vergeblichen Versuchen der lokalen Politik, mit der Bürgerschaft ins Gespräch zu kommen. Die Mecker-Bereitschaft in den Sozialen Medien steht halt in keinem Verhältnis zur Beteiligung an Bürgersprechstunden, Diskussionsveranstaltungen oder der Besucher-Zahl in Rats- oder - noch schlimmer - Ausschuss-Sitzungen.

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