29
Jan

Eine Pferdesteuer wäre eigentlich eine gute Idee

Als Sondersteuer für Frauen empfindet Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach eine etwaige Pferdesteuer. In seinem Blog hat der Hobby-Reiter und -Pferdezüchter Überlegungen formuliert, die nach seiner Ansicht gegen die Einführung einer Pferdesteuer sprechen. Grob zusammengefasst argumentiert er so:

  • Durch eine Steuer würden auch und gerade Kinder und Jugendliche aus einfacheren Verhältnissen belastet, weil Reitstunden teurer würden. Reiten sei anders als sein Ruf kein exklusiver Sport für Besserverdienende.
  • Nach Einführung einer kommunalen Pferdesteuer würden Pferdezuchtbetriebe den Ort verlassen.
  • Weil mehrheitlich Frauen dem Hobby Reiten nachgingen, sei eine Pferdesteuer eine unzulässige Sonderbesteuerung für Frauen.

Weil ich irgendwie zu doof war, die Kommentarfunktion in seinem Blog zu nutzen, antworte ich an dieser Stelle auf die nach meiner Ansicht bemerkenswerten Argumente des Bloggers.

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29
Jan

Ein gutes Brot braucht nur etwas Sauerteig - und ein bisschen Zeit

Gerüche und Gefühle gehören zusammen. Düfte speichern sich fest in die Erinnerung ein. Ich habe noch heute den Geruch in der Nase, der aus dem Esszimmer meiner Großeltern strömte, wenn sie zu Abend aßen. Dieser Erinnerungsgeruch weckt bei mir sofort Heimatgefühle. Ein andere Situation, die bei mir Wohlbefinden und das Gefühl von Geborgenheit auslöst, geht so: Ich kehre nach der letzten Hunde-Runde des Tages in meine Wohnung zurück. Meine Nase wird dabei von einem satten, vollmundigen Aroma frisch gebackenen Brotes gestreichelt. Das signalisiert mir: Hier bin ich zu Hause. Warum diese Geruchsepisode bevorzugt abends auftritt, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen.

Selbstgebackenes Brot aus Roggen-Sauerteig, Vollkorn-Weizenmehl, Dinkelschrot, Dinkelmehl und Sonnenblumenkernen

Kürzlich postete ich auf meinem Facebook-Account dieses Foto eines frischen selbstgebackenen Brotes und bekam Rezept-Anfragen. Nun, das Rezept ist eigentlich ganz einfach. Das Prachstück (mittlerweile bereits zur Hälfte verspeist) wiegt etwa 1,7 Kilogramm und setzt sich aus folgenden Zutaten zusammen (die jeweils benötigten Wassermengen werden nicht aufgeführt):

  • 450 Gramm Roggen-Sauerteig
  • 200 Gramm Vollkorn-Weizenmehl, Typ 1700
  • 200 Gramm mittelgrober Dinkelschrot
  • 100 Gramm Dinkelmehl, Typ 630 (je nach Vorliebe auch: Weizenmehl, Typ 1050)
  • ca. 150 Gramm Sonnenblumenkerne
  • 2 Esslöffel Magerquark
  • 3 Esslöffel Salz
  • etwas Rohrzucker

Alle Zutaten - bis auf den Schrot vielleicht - bekommt Ihr im Supermarkt. Ich bestelle mittlerweile die Mehle bei der Horbacher Mühle. Es gibt natürlich auch andere Online-Shops, die Mehl versenden. Probiert ruhig verschiedene Anbieter aus. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich sich Mehle unterschiedlicher Hersteller beim Backen verhalten können.

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18
Nov

Übersetzungshilfe für die Agentur für Arbeit beim morgendlichen Hunde-Spaziergang

Als ich heute Morgen mit meinem Hund durchs Roxeler Neubaugebiet lief, stürzte ein junger Afrikaner mit Frau und Kleinkind auf mich zu und hielt mir ein Handy hin. Er brauche mal Übersetzungshilfe. Die Dame am anderen Ende könne kein Englisch, sagt er mir in passablem, aber stockendem Deutsch. Außerdem bekam ich eine Bankkarte in die Hand gedrückt. Rätselhaft!

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24
Okt

Warum ich beim Bürgerentscheid "Freier Sonntag Münster" mit "Ja" stimmen werde

Am Sonntag, 6. November, sind die Bürgerinnen und Bürger Münsters zum Bürgerentscheid aufgerufen. Entschieden werden soll, ob ein Ratsbeschluss für einige verkaufsoffene Sonntage in der Altstadt und in Hiltrup aufgehoben werden soll oder nicht. "Ja" heißt in diesem Fall: Sonntags bleiben die Läden in den nächsten drei Jahren dicht. "Nein" bestätigt den Ratsbeschluss. Die Geschäfte können allerdings trotzdem nicht öffnen, weil die Sonntagsöffnungen, die der Rat beschlossen hatte, mittlerweile weitgehend gerichtlich gekippt worden sind. Zum Bürgerentscheid gibt es ausführliche städtische Informationen auf dieser Seite.

Ich werde mit "Ja" stimmen, also für weitgehend geschlossene Geschäfte am Sonntage. Das hat kaum etwas mit der Kampagne des Bündnisses Freier Sonntag Münster zu tun, das das Bürgerbegehren gestartet hat. Das Bündnis ist eine wilde Mischung aus der Gewerkschaft ver.di und kirchlichen Verbänden. Geworben wird mit platten Parolen auf einem problematischen AFD-blau. Wichtiger ist mir, dass ich eine klare Regelung für sinnvoll halte, anstatt erst kleine Ausnahmen zu schaffen, um irgendwann alle Sonntage freizugeben. Ich finde, einen Tag in der Woche sollten die Läden zu haben, beispielsweise auch die Bäckereien.

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23
Aug

Was wäre passiert, wenn Ernst Nolte heute den Historikerstreit losgetreten hätte? Und was hat das mit Frau Lohfink zu tun?

Achtung, in diesem Text kommen sowohl der Historiker Ernst Nolte als auch das TV-Sternchen Gina-Lisa Lohfink vor. Ein wilde Mischung. An einem gewissen Punkt treffen sich aber meine Gedanken zu beiden.

Am 19. August wurde bekannt, dass der Historiker Ernst Nolte gestorben ist. Die französische "Libération" bezeichnet ihn fälschlicherweise als "größten Nachkriegshistoriker Deutschlands" (so steht es in diesem Artikel). Sein Name steht für den Historikerstreit.

Seit ich von Noltes Tod las, beschäftigt mich die Frage: Was wäre eigentlich passiert, hätte der Mann seine Thesen heute veröffentlicht?

Ich bin mir annähernd sicher, dass es zu einem Historikerstreit, wie wir ihn nun als Teil der deutschen Geistesgeschichte kennen, nicht gekommen wäre. Klar, Nolte hätte in den sogenannten sozialen Medien eine Empörungswelle ohnegleichen geerntet. Online-Petitionen, Demonstrationen, vermutlich auch körperliche Übergriffe auf ihn wären die Folgen gewesen.

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